Google Ads Automatisierung erreicht die nächste Stufe. Zielbasierte Gebotsstrategien wie Ziel-CPA und Ziel-ROAS bekommen ab dem 17. August 2026 neue Regeln für budgetbeschränkte Kampagnen. Gleichzeitig schaltet Google ab dem 1. September 2026 automatisch erstellte Assets und die Option „Weitgehend passend" auf AI Max für Suchkampagnen um. Zwei Updates, ein Trend: Google übernimmt in Ihrem Google Ads Konto immer mehr Entscheidungen selbst.
Google Ads Automatisierung trifft jetzt auch Ihre Gebotsziele
Zielbasierte Gebotsstrategien wie Ziel-CPA (Cost-per-Acquisition) und Ziel-ROAS (Return on Ad Spend) funktionieren nach einem einfachen Prinzip. Sie legen ein Ziel fest und der Algorithmus von Google steuert Ihre Gebote automatisch darauf hin.
Das klingt nach weniger Arbeit für Sie als Werbetreibender. In der Praxis bedeutet die zunehmende Google Ads Automatisierung aber auch, dass Sie einen Teil der Kontrolle abgeben. Google entscheidet in Echtzeit, wie viel ein Klick oder eine Conversion wert ist und passt Ihre Gebote entsprechend an.
Genau an dieser Stelle setzt das Update vom 17. August 2026 an. Es betrifft Kampagnen, deren Budget die Erreichung des gesetzten Ziel-CPA oder Ziel-ROAS verhindert. Die vollständigen Details hat Google im offiziellen Hilfe-Artikel zu den Änderungen an zielbasierten Gebotsstrategien dokumentiert.
Ein Beispiel macht das Problem greifbar
Nehmen wir an, Sie setzen ein Ziel-CPA von 10 Euro. Ihre Kampagne erzielt aber tatsächlich einen CPA von 5 Euro. Ihr Budget reicht nicht aus, um bei diesem niedrigeren Preis alle verfügbaren Auktionen zu bedienen.
Bisher konnte die Kampagne ihr gesetztes Ziel in solchen Fällen übertreffen. Ab dem 17. August 2026 wird die Auslieferung Ihrer Kampagne konsistenter auf das von Ihnen festgelegte Ziel abgestimmt. Das bedeutet: Wer ein Ziel-CPA von 10 Euro gesetzt hat, aber bisher nur 5 Euro erzielte, wird nach dem Update wieder näher an die 10 Euro herangeführt. Wichtig: Google passt Ihre Gebotsziele nicht automatisch an. Sie bleiben so, wie Sie sie eingestellt haben.
Diese Kampagnentypen sind von der neuen Automatisierung betroffen
Die fortschreitende Google Ads Automatisierung betrifft nicht jede Kampagne gleich. Google grenzt den Geltungsbereich klar ein und das lohnt einen genauen Blick.
Betroffen sind folgende Kampagnentypen:
- Suchkampagnen
- Shopping-Kampagnen
- Performance Max
- Demand Gen
- Display-Kampagnen
- Hotelkampagnen
- Reisekampagnen
Nicht betroffen sind App-Kampagnen, Video-Kampagnen mit dem Ziel „Reichweite" sowie Videoaufruf-Kampagnen (VVC). Die Änderung wirkt sich auf alle gängigen Plattformen aus: Google Ads, SA360, DV360, den Google Ads Editor und die Google Ads API.
Diese Optionen haben Sie im Umgang mit den neuen Zielvorgaben
Google lässt Ihnen bei budgetbeschränkten Kampagnen mehrere Wege offen, auf die neuen Zielvorgaben zu reagieren.
Sie können das bestehende Ziel unverändert behalten. Alternativ passen Sie es über den „Übernehmen"-Button an einen von Google vorgeschlagenen Wert an oder tragen einen eigenen Zielwert ein. Wer die Gebotsstrategie komplett wechseln möchte, kann etwa zu „Conversions maximieren" ohne festes Ziel wechseln. Auch eine Erhöhung des Budgets kann das Problem lösen, wenn Ihre Landingpage und Conversion-Rate das hergeben.
Wichtig: Das Tool zur Anpassung Ihrer Gebotsziele steht Ihnen bereits seit dem 6. Juli 2026 zur Verfügung. Sie können also schon jetzt prüfen, welche Ihrer Kampagnen betroffen sind und aktiv reagieren, statt auf die Änderung zu warten.
AI Max treibt die Google Ads Automatisierung zusätzlich voran
Parallel zu den neuen Regeln für Gebotsziele treibt Google mit AI Max für Suchkampagnen ein zweites automatisiertes Feature voran. Ab dem 1. September 2026 stellt Google bestimmte Kampagnen automatisch darauf um. Das hat Google in einer direkten E-Mail an Werbetreibende kommuniziert.
Betroffen sind Kampagnen mit automatisch erstellten Assets und Kampagnen, die auf Kampagnenebene „Weitgehend passend" nutzen. Bei automatisch erstellten Assets aktiviert Google standardmäßig den Suchanfragen-Abgleich und die automatische Textanpassung. Bei „Weitgehend passend" greift zusätzlich der Suchanfragen-Abgleich.
Sie können dieses automatische Upgrade verhindern, indem Sie die entsprechenden Legacy-Funktionen vorher deaktivieren. Ebenso steht es Ihnen frei, AI Max schon vor dem Stichtag selbst zu aktivieren, wenn Sie von den erweiterten Automatisierungsfunktionen profitieren möchten. Weitere Informationen dazu finden Sie in der offiziellen Google-Dokumentation zu AI Max für Suchkampagnen.
Warum Google diesen Automatisierungskurs konsequent verfolgt
Beide Updates verfolgen dieselbe Logik. Google reduziert manuelle Stellschrauben und verlässt sich stärker auf maschinelles Lernen, ähnlich wie bereits bei Performance Max sichtbar wurde.
Für Sie als Werbetreibenden bedeutet das zweierlei. Automatisierte Gebotsstrategien sparen Zeit und reagieren oft schneller auf Marktveränderungen als eine manuelle Steuerung es könnte. Gleichzeitig verlieren Sie an granularer Kontrolle über einzelne Stellschrauben in Ihrem Konto.
Die Kontrolle bleibt, wenn Sie sie aktiv einfordern
Automatisierung bedeutet nicht automatisch Kontrollverlust. Google bietet bei beiden Updates konkrete Wege, selbst zu entscheiden, statt die Standardeinstellung einfach hinzunehmen.
Entscheidend ist, dass Sie die Fristen kennen und rechtzeitig handeln. Wer erst nach dem 17. August beziehungsweise dem 1. September 2026 reagiert, hat bereits Automatisierungsentscheidungen von Google akzeptiert, ohne es aktiv gewählt zu haben.
Eine gute Grundlage für fundierte Entscheidungen liefert Ihnen zudem ein Blick auf Ihre bestehende Google Shopping- und Suchkampagnen-Performance. Nur wer die eigenen Ist-Werte kennt, kann beurteilen, ob ein von Google vorgeschlagenes Ziel-CPA oder Ziel-ROAS sinnvoll ist oder nicht.
Diese Schritte sollten Sie jetzt einplanen
Die Updates verlangen kein hektisches Handeln, aber eine klare Priorisierung in den kommenden Wochen. Drei Schritte helfen Ihnen dabei, vorbereitet zu sein.
Prüfen Sie zunächst, welche Ihrer Kampagnen zielbasierte Gebotsstrategien nutzen und ob das Budget für das gesetzte Ziel ausreicht. Nutzen Sie danach das seit Juli verfügbare Tool, um betroffene Ziele aktiv anzupassen, statt auf die Änderung zu warten. Entscheiden Sie abschließend bewusst, ob AI Max für Ihre Suchkampagnen zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll ist oder ob Sie die Legacy-Funktionen bis zu einem späteren Zeitpunkt beibehalten möchten.
Wer diese drei Punkte vor den Stichtagen abarbeitet, behält die Entscheidungsgewalt über die eigene Kampagnensteuerung und vermeidet unangenehme Überraschungen bei Kosten oder Sichtbarkeit.
Fazit
Die Google Ads Automatisierung wird 2026 weiter ausgebaut, aber nicht unkontrollierbar. Die neuen Regeln zu Gebotszielen und AI Max für Suchkampagnen geben Ihnen weiterhin die Wahl, solange Sie rechtzeitig aktiv werden.
Nutzen Sie die Zeit bis zu den Stichtagen im August und September 2026, um Ihre Kampagnen zu prüfen und bewusste Entscheidungen zu treffen, statt sie Google zu überlassen. Sie möchten Ihre Google Ads Strategie an die neuen Rahmenbedingungen anpassen? Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch mit unserem Team.