Inhaltsverzeichnis
- Was ein Bild sagt, wenn niemand es sieht
- Barrierefreiheit ist eine Verantwortung, kein Nice-to-have
- Auffindbar in der Bildersuche
- Dekoratives Bild oder redaktionelles Bild?
- Einen guten Alt-Text schreiben
- Häufige Fragen
- Brauchen dekorative Bilder einen Alt-Text?
- Wie lang darf ein Alt-Text sein?
- Sollte ich Keywords in den Alt-Text einbauen?
- Zugängliche Bilder mit mindtwo
- Mehr zum Bild im Web
Alt-Text (Alt-Attribut, Bildbeschreibung)
Was ein Bild sagt, wenn niemand es sieht
Der Alt-Text ist der beschreibende Text im „alt“-Attribut eines img-Tags und benennt in Worten, was ein Bild zeigt. Für sehende Nutzer bleibt er meist unsichtbar. Für alle, die ein Bild nicht sehen können, ist er das Bild: Screenreader lesen den Alt-Text vor, und wo er fehlt, klafft eine Lücke im Inhalt – genau dort, wo andere ein Foto, eine Grafik oder ein Diagramm wahrnehmen. Zugleich ist der Alt-Text das wichtigste Signal, mit dem Suchmaschinen den Inhalt eines Bildes erfassen.
Damit trägt ein kurzes Attribut mehr Verantwortung, als seine unscheinbare Position im Quelltext vermuten lässt. Wer ihn schreibt, entscheidet mit darüber, ob ein Teil der Website für Menschen mit Seheinschränkung zugänglich ist oder nicht. Diese Ebene ernst zu nehmen gehört zu gutem On-Page-SEO und zu jeder sorgfältigen SEO-Beratung. Nebenbei eine Begriffsklärung: Häufig ist vom „Alt-Tag“ die Rede; korrekt ist Alt-Attribut, denn „alt“ ist ein Attribut innerhalb des img-Tags und kein eigenes Element.
Barrierefreiheit ist eine Verantwortung, kein Nice-to-have
Für einen Menschen, der auf einen Screenreader angewiesen ist, ersetzt der Alt-Text das Bild vollständig. Ein Produktfoto ohne Beschreibung ist für ihn nicht vorhanden. Ein Diagramm ohne Alt-Text bleibt eine stumme Fläche, ein als Link genutztes Bild ohne Alt-Text ein Ziel ohne Beschriftung. Hier ist der Alt-Text kein Detail der Optimierung, sondern die Bedingung dafür, dass Inhalt überhaupt ankommt.
Wie oft diese Verantwortung untergeht, zeigt die jährliche Analyse der eine Million meistbesuchten Startseiten: 2026 fehlte bei rund 16 Prozent aller dort gefundenen Bilder der Alt-Text, im Schnitt fast elf Bilder pro Startseite. Fehlende Alternativtexte zählen damit zu den beiden häufigsten Barrierefreiheitsfehlern im Web überhaupt und betreffen über die Hälfte der untersuchten Seiten. Besonders heikel: Ein erheblicher Teil der betroffenen Bilder ist verlinkt, sodass ohne Alt-Text auch der Link seine Beschriftung verliert. Diese Zahlen sind kein technisches Randthema. Sie belegen, wie leicht ein an sich einfacher Handgriff untergeht, wenn niemand ihn verantwortet.
Auffindbar in der Bildersuche
Neben der Barrierefreiheit ist der Alt-Text der Schlüssel zur Bildersuche, einem eigenständigen und stark genutzten Sucheinstieg neben der klassischen Websuche. Google bezeichnet den Alt-Text als das wichtigste Attribut, um einer Suchmaschine zusätzliche Informationen über ein Bild zu liefern, und verbessert damit dessen Auffindbarkeit. Wer für Bilder aussagekräftige Beschreibungen hinterlegt, macht sie überhaupt erst als Einstiegspunkt in die eigene Website nutzbar.
Der Zusammenhang zur Barrierefreiheit ist kein Zufall, sondern zwei Seiten derselben Sache: Beide Male geht es darum, dass etwas, das jemand oder etwas nicht sehen kann, in Worten verstanden wird. Ein Alt-Text, der ein Bild ehrlich und treffend beschreibt, dient dem Screenreader und der Bildersuche zugleich. Deshalb gilt die Reihenfolge, zuerst die Barrierefreiheit zu denken und die Auffindbarkeit daraus folgen zu lassen, nicht umgekehrt Suchbegriffe in ein Attribut zu pressen.
Dekoratives Bild oder redaktionelles Bild?
Nicht jedes Bild braucht denselben Alt-Text, und manche brauchen gar keinen. Entscheidend ist, ob ein Bild Information trägt oder nur schmückt:
- Redaktionelle Bilder transportieren Inhalt: ein Produktfoto, eine Infografik, ein Diagramm, ein Screenshot. Sie brauchen einen beschreibenden Alt-Text, der ihre Aussage wiedergibt.
- Dekorative Bilder tragen keine Information, etwa ein reiner Hintergrundverlauf oder ein schmückendes Trennelement. Sie erhalten ein leeres „alt“-Attribut, damit Screenreader sie überspringen und Nutzer nicht mit belanglosen Vorlesungen aufgehalten werden.
Dahinter steckt eine grundsätzlichere Frage, die über das Attribut hinausreicht: Trägt das Bild überhaupt eine Aussage, die sich zu beschreiben lohnt? Ein austauschbares Stock-Foto, das ein lächelndes Team am Laptop zeigt, hat oft nichts zu sagen, was zur konkreten Seite passt, und ein Alt-Text dazu wird zwangsläufig nichtssagend. Ein echtes, vielleicht sogar technisch unperfektes Foto, das die tatsächliche Situation, das reale Produkt oder das eigene Team zeigt, ist in solchen Fällen wertvoller: Es trägt eine konkrete Aussage, die sich beschreiben lässt, und liefert Nutzern wie Suchmaschine echten Inhalt statt Beliebigkeit. Ein unscharfes Handyfoto aus dem eigenen Werkstattalltag kann so aussagekräftiger sein als ein makelloses, aber austauschbares Symbolbild.
Einen guten Alt-Text schreiben
Ein guter Alt-Text ist beschreibend, informativ und passt in den Kontext des Seiteninhalts. Er nennt das Wesentliche des Bildes in knapper, natürlicher Sprache, dort, wo es zum Text passt. Für ein Bild eines apportierenden Dalmatiner-Welpen wäre „Dalmatiner-Welpe beim Apportieren“ treffend, während ein nichtssagender Dateiname oder eine Aneinanderreihung von Begriffen versagt. Wird ein Bild als Link verwendet, dient sein Alt-Text zugleich als Ankertext und sollte deshalb das Linkziel beschreiben.
Vom Vollstopfen mit Suchbegriffen ist abzuraten. Das Füllen von „alt“-Attributen mit Keywords gilt als Keyword-Stuffing, verschlechtert die Nutzererfahrung und kann dazu führen, dass eine Website als Spam eingestuft wird. Der Alt-Text ersetzt außerdem weder eine sichtbare Bildunterschrift noch einen sprechenden Dateinamen; alle drei ergänzen einander. Ein festes Zeichenlimit gibt Google nicht vor, maßgeblich ist eine treffende, knappe Beschreibung; kursierende Grenzen wie „maximal 125 Zeichen“ stammen aus Screenreader-Konventionen, nicht von der Suchmaschine.
Häufige Fragen
Brauchen dekorative Bilder einen Alt-Text?
Nein. Bilder ohne Informationsgehalt erhalten üblicherweise ein leeres „alt“-Attribut, damit Screenreader sie überspringen. Ein beschreibender Alt-Text lohnt nur, wo das Bild eine Aussage trägt.
Wie lang darf ein Alt-Text sein?
Es gibt kein offizielles Google-Limit. Sinnvoll ist eine knappe, treffende Beschreibung. Die oft genannten 125 Zeichen sind eine Screenreader-Faustregel, kein Suchmaschinen-Standard.
Sollte ich Keywords in den Alt-Text einbauen?
Nur, wenn sie das Bild wirklich beschreiben. Das gezielte Vollstopfen mit Suchbegriffen gilt als Spam. Beschreibend und im Seitenkontext zu formulieren ist der bessere Weg und dient Barrierefreiheit und Bildersuche gleichermaßen.
Zugängliche Bilder mit mindtwo
Leere oder mit Keywords überfrachtete Alt-Texte sind ein verbreitetes Muster, das Barrierefreiheit und Bildersuche zugleich schwächt, und die Zahlen zeigen, wie oft es passiert. Die Faustregel dahinter ist einfach: Wer zuerst an die Menschen denkt, die auf den Alt-Text angewiesen sind, schreibt automatisch die Beschreibung, die auch der Bildersuche nützt, und stellt zugleich die Frage, ob das Bild überhaupt etwas zu sagen hat. mindtwo etabliert Standards für Bildmetadaten, die Menschen mit Screenreader wie Suchmaschinen gerecht werden, und denkt Bildauswahl und Beschreibung zusammen. Angebot anfragen, wenn Ihre Bilder zugänglich, echt und auffindbar sein sollen.
Mehr zum Bild im Web
- Die Sprache, in der Bilder eingebunden werden: HTML
- Die sichtbare Gliederung des Inhalts: Überschriften
- Weitere Metadaten im Suchergebnis: die Meta-Description
- Das Fundament dahinter: das On-Page-SEO
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