Inhaltsverzeichnis
- Ein Kürzel, das oft falsch verstanden wird
- Vier Dimensionen, und Vertrauen trägt sie alle
- Was über E-E-A-T, Quality Rater und Rankings belegt ist
- YMYL: wo der Anspruch an Glaubwürdigkeit steigt
- Who, How, Why: drei Fragen an jeden Inhalt
- Häufige Fragen zu E-E-A-T
- Ist E-E-A-T ein Rankingfaktor?
- Was ist der Unterschied zwischen E-A-T und E-E-A-T?
- Was machen Quality Rater?
- Betrifft YMYL auch kleine Websites?
- Glaubwürdigkeit, die sich belegen lässt
- Mehr zu Qualität und Vertrauen
E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness)
Ein Kürzel, das oft falsch verstanden wird
Nach einem Core Update bricht die Sichtbarkeit ein, und in der Ursachensuche fällt schnell ein Kürzel: E-E-A-T. Dann folgen Autorenboxen, Siegel und Checklisten. Das Konzept dahinter ist allerdings weniger mechanisch, als viele annehmen.
E-E-A-T steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness, auf Deutsch Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Es ist ein Qualitätskonzept von Google, mit dem sich beurteilen lässt, wie hilfreich und verlässlich ein Inhalt ist. E-E-A-T ist kein einzelner Rankingfaktor, sondern beschreibt Eigenschaften, die die Ranking-Systeme über eine Mischung verschiedener Signale zu erkennen versuchen.
Der Begriff stammt aus den Richtlinien für Googles Search Quality Rater, also für Personen, die Suchergebnisse stichprobenartig bewerten. Ende 2022 wurde das ältere Kürzel E-A-T um das „E" für Experience erweitert. Weil E-E-A-T im Kern beschreibt, was einen Inhalt glaubwürdig macht, ist es eng mit der redaktionellen Arbeit verbunden – vom Themenzuschnitt bis zur Autorenschaft, wie sie gutes Content-Marketing leistet.
Vier Dimensionen, und Vertrauen trägt sie alle
Die vier Buchstaben beschreiben unterschiedliche Seiten von Glaubwürdigkeit:
| Dimension | Bedeutung | Mögliches Indiz im Inhalt |
|---|---|---|
| Experience (Erfahrung) | eigene, praktische Erfahrung mit dem Thema | Erfahrungsbericht, eigene Fotos, selbst durchgeführte Tests |
| Expertise (Fachwissen) | fachliche Kompetenz der Urheberin oder des Urhebers | nachvollziehbare Qualifikation, fachlich korrekte Tiefe |
| Authoritativeness (Autorität) | Ansehen als maßgebliche Quelle für das Thema | Zitate und Erwähnungen durch andere, Verweise von Fachseiten |
| Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit) | Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Sicherheit | transparente Urheberschaft, belegte Aussagen, klares Impressum |
Quelle: Google Search Central, hilfreiche Inhalte erstellen (Begriffe); Indizien als redaktionelle Beispiele.
Gleichrangig sind die vier Aspekte nicht. Google betont ausdrücklich, dass Vertrauen der wichtigste Aspekt ist. Erfahrung, Fachwissen und Autorität zahlen auf Vertrauen ein, ersetzen es aber nicht. Ein fachkundiger Text mit falschen Angaben oder verschleierter Herkunft bleibt wenig vertrauenswürdig.
Was über E-E-A-T, Quality Rater und Rankings belegt ist
Um E-E-A-T ranken sich zahlreiche Mythen. Googles eigene Dokumentation ist dagegen eindeutig:
- E-E-A-T ist kein spezifischer Rankingfaktor. Die Systeme nutzen eine Mischung von Faktoren, die Inhalte mit gutem E-E-A-T erkennen können.
- Quality Rater werden darin geschult, E-E-A-T eines Inhalts einzuschätzen. Ihre Bewertungen dienen dazu, die Qualität der Ranking-Systeme zu überprüfen.
- Rater haben keinen Einfluss darauf, wie einzelne Seiten ranken. Ihre Daten fließen nicht direkt in die Ranking-Algorithmen ein.
Einen „E-E-A-T-Score", den sich eine Website erarbeiten oder ablesen könnte, gibt es folglich nicht. Auch Rater „strafen" keine Websites ab. Wer nach einem Core Update an Sichtbarkeit verliert, sollte das deshalb nicht reflexhaft auf E-E-A-T schieben: Updates am Google-Algorithmus zielen nach Googles Angaben nicht auf einzelne Websites, sondern bewerten Inhalte insgesamt neu. Seit März 2024 ist auch das frühere System für hilfreiche Inhalte Teil der zentralen Ranking-Systeme.
YMYL: wo der Anspruch an Glaubwürdigkeit steigt
Besonders hohe Anforderungen gelten für sogenannte YMYL-Themen. Die Abkürzung steht für „Your Money or Your Life" und bezeichnet Themen, die die Gesundheit, die finanzielle Stabilität oder die Sicherheit von Menschen oder das Wohlergehen der Gesellschaft erheblich beeinflussen können. Bei solchen Themen geben Googles Systeme nach eigener Aussage Inhalten mit starkem E-E-A-T noch mehr Gewicht.
Typisch sind medizinische Ratgeber, Finanz- und Versicherungsthemen oder rechtliche Informationen. Für Unternehmen aus Medizin, Finanzwesen oder Recht ist E-E-A-T damit keine Kür. Fachliche Prüfung, klare Verantwortlichkeit und belegte Aussagen gehören hier zum Mindeststandard.
Who, How, Why: drei Fragen an jeden Inhalt
Google bietet drei Leitfragen an, mit denen Sie Inhalte selbst prüfen können:
- Who – wer hat den Inhalt erstellt? Wenn klar ist, wer hinter einem Inhalt steht, lässt sich seine Glaubwürdigkeit leichter einschätzen. Autorenangaben mit Hintergrund und Verweise auf weitere Informationen zur Person unterstützen das.
- How – wie ist der Inhalt entstanden? Leserinnen und Leser profitieren davon zu erfahren, wie ein Inhalt produziert wurde, etwa bei Produkttests: wie viele Produkte getestet wurden, mit welcher Methode, belegt durch eigene Fotos oder Messwerte.
- Why – warum existiert der Inhalt? Google bezeichnet diese Frage als die vielleicht wichtigste. Inhalte sollten in erster Linie Menschen helfen und nicht vor allem dazu dienen, Suchmaschinen-Traffic einzusammeln.
Ein Teil von E-E-A-T entsteht außerhalb der eigenen Website. Erwähnungen in Fachmedien, Zitate und Verweise anderer stützen Autorität und Vertrauen; wie solche externen Signale insgesamt wirken, beschreibt der Artikel zum Off-Page-SEO. Eine Abkürzung gibt es dabei nicht: Gekaufte Backlinks erzeugen keine Autorität, sondern gelten als Link-Spam. Auch KI-gestützte Antworten in der Suche wie AI Overviews greifen auf indexierte Inhalte zurück und verlinken Quellen. Glaubwürdigkeit ist damit auch dort kein Nebenthema.
Häufige Fragen zu E-E-A-T
Ist E-E-A-T ein Rankingfaktor?
Nicht als eigener Faktor. Google beschreibt E-E-A-T als Konzept; die Ranking-Systeme nutzen eine Mischung verschiedener Signale, die Inhalte mit gutem E-E-A-T erkennen können.
Was ist der Unterschied zwischen E-A-T und E-E-A-T?
E-E-A-T ergänzt das frühere E-A-T um „Experience", also eigene, praktische Erfahrung mit einem Thema. Die Erweiterung erfolgte Ende 2022. Die Schreibweise E-A-T gilt seitdem als veraltet.
Was machen Quality Rater?
Sie bewerten nach festen Richtlinien die Qualität von Suchergebnissen, um Google bei der Überprüfung der eigenen Systeme zu helfen. Einfluss auf das Ranking einzelner Seiten haben sie nicht.
Betrifft YMYL auch kleine Websites?
YMYL hängt am Thema, nicht an der Größe einer Website. Auch ein kleiner Blog über Geldanlage oder Gesundheit behandelt Themen, bei denen besonders hohe Anforderungen an Vertrauenswürdigkeit gelten.
Glaubwürdigkeit, die sich belegen lässt
E-E-A-T lässt sich nicht abhaken. Es ist keine Checkliste mit Autorenbox und Siegel, sondern die Summe dessen, was einen Inhalt glaubwürdig macht: echte Erfahrung, nachweisbares Fachwissen, Anerkennung durch andere und vor allem Vertrauen. Häufig wird es trotzdem als Formalie behandelt – Autorenbox ergänzt, Siegel eingebunden, fertig. Was dann fehlt, ist der nachvollziehbare Beleg, dass hinter dem Inhalt echte Erfahrung und Fachwissen stehen. mindtwo entwickelt Inhalte und Redaktionsprozesse, die Urheberschaft, Methode und Zweck sichtbar machen. Angebot anfragen, wenn Ihre Inhalte als verlässliche Quelle wahrgenommen werden sollen.
Mehr zu Qualität und Vertrauen
- Wie Updates die Bewertung von Inhalten verändern: der Google-Algorithmus
- Vertrauen und Reputation von außen: Off-Page-SEO
- Wie Qualität in Platzierungen übersetzt wird: das Ranking
- Wie Inhalte in KI-Antworten zitiert werden: LLM-SEO und AI Citations
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